Abschliessender Brief an Herr Pfarrer Weber für die Organisation des Panflötenseminars vom 4.-6. November 2011.
von Brigitte Freyer
Allein schon die Idee, in der beeindruckenden Pilgerkirche ein Panflötenseminar anzubieten, war hervorragend, und die gesamte Organisation lässt sich als vollkommen gelungen bezeichnen, besser hätte es nicht sein können.
So kam eine Gruppe aus ganz Deutschland zusammen, in der jedes Alter würdig vertreten wurde, und in der sich alle untereinander unterstützt haben. Angenehm war auch das gemeinsame Beisammensein, sei es abends oder während des Tages bei Kaffee und Kuchen, wofür immer gesorgt war.
Besonderes erwähnenswert ist, dass Sie zur Durchführung des Seminars die Familie Klingler gewinnen konnten, zumal die Panflöte ihren Ursprung in Rumänien hat und die Mitglieder der Familie traditionell in Rumänien gelernt und studiert haben.
Den Unterricht habe ich als sehr professionell erlebt. Als Schüler wird man da abgeholt, wo man steht und man wird individuell gefordert und gefördert. Erkennbar war vor allem die eigene Motivation, die notwendigen Techniken und Tricks zu vermitteln, was sich natürlich auf den Lernenden überträgt.
Das Highlight war das Konzert am Samstagabend.
Hier wurde dem Zuhörer die Tradition ihrer Volksmusik, mit dem hohem Anspruch der klassischen Musik in absolut genialer Weise vereint, präsentiert.
Entsprechend stieg das Trio in das Konzert ein. Stücke wie "Großer Gott wir loben Dich", "Der einsame Hirte" " Ca La Caval", "Adagio", " Ungarischer Tanz" Sorocul u.v.m. wurde uns als Leckerbissen dargebracht. Wie versunken hauchte das Trio in ihre Panflöten, mit einer außerordentlichen Hingabe und Konzentration entlockten sie in faszinierendem Wechsel zwischen kaum wahrnehmbarem pianissimo und lebenslustigem fortissiomo Töne ein, kongenial begleitet von Orgel, Akkordeon und Keybord. Virtuos und mit unglaublicher Leichtigkeit dargeboten was wohl restlos unter die Haut ging.
Den stehenden Applaus hatte das Trio in jeder Hinsicht verdient. Krönender Abschluss waren die Zugaben wie " Die Lerche" und ???? . So hingebungsvoll dargebracht, so musikalisch vollendet interpretiert und mit dem Zauber der Panflöte einzigartig instrumentiert. Es war wohl mehr ein "Singen" auf der Panflöte. Mehr Perfektion und virtuosen und musikalischen Ausdruck hätte auch der legendäre Gheorge Zamfir, nicht bringen können.
Die Panflöte gehört zu den ältesten Instrumenten der Menschheit und ist wahrscheinlich sogar älter als ihr Mythos und ihr Name, manche Quellen sprechen der rumänischen Panflöte ein Alter zu, das bis in prähistorische Zeiten zurückgeht. Dennoch: Musikgeschichtlich hat dieses großartige Instrument mit seiner unerschöpflichen Ausdruckskraft nie die verdiente Anerkennung erhalten. Umso respektvoller ist die Weitergabe dieser Tradition zu würdigen.
Diese Musik kann man nur schwer beschreiben, man muss sie erst gehört haben, um ihr für immer zu verfallen oder eben nicht. Sie ist Trost, sie ist volkstümlich, auch klassisch, zum Hinhören oder Träumen. Sie bewegt die Gemüter. Es ist dieser immerwährende Konflikt menschlichen Lebens, der hier Freud und Leid, Liebe und Sehnsucht, Glück und Trauer in musikalisch so einzigartiger Form zum Ausdruck bringt.
So manch einem Schüler wurde sicher bewusst, dass es ein langer Weg ist um dieses grandiose Instrument spielen zu können, aber auch hier ist, wie im Leben, der Weg das Ziel.
Ein Weg, der Lernprozesse auslöst durch diszipliniertes Üben, das man besser als "Spielen" oder "Pilgern" betrachten sollte und sicher erfolgreich wird in Begleitung dieser Lehrer.
Panflötenseminar 20.05.2005 bis 28.05.2005 in Arad (Rumänien)
Einmal nach Rumänien zu reisen, mit der Panflöte im Gepäck..das Land und seine Traditionen, die Menschen und die Lebensweise dort kennenlernen....die Folklore, die Musik - die Verbundenheit mit der Panflöte - die Idee von Klaus Klingler ein Seminar in diesem wunderschönen Land wo die Panflöte "zu Hause" ist zu veranstalten fanden alle großartig. .So wurde von ihm ein Panflöten-Seminar in Rumänien geplant und organisiert."Diese Reise wird ein ganz besonderes Erlebnis", das dachten sich wohl auch die vielen Teilnehmer und Mitreisenden als sie von diesem Vorhaben hörten. Am Morgen des 20.05.2005 war es dann e n d l i c h soweit. Der mit Spannung erwartete Tag der Abreise. Der Reisebus stand am Bahnhof in Singen bereit und nun wurde das viele Gepäck und die Instrumente eingeladen.Die meisten der Seminarteilnehmer und Mitreisenden waren schon vor Ort und so begann unsere aufregende Reise.
Auf dem Weg nach München stiegen noch einige Teilnehmer dazu, sodass sich der Bus allmählich füllte.In München warteten die letzten Reisegäste. Wir waren sehr gespannt, denn von hier aus sollte uns ein ganz besonderer Gast nach Rumänien begleiten um uns im Panflötenspiel zu unterrichten -Ulrich Herkenhoff- und sein musikalischer Begleiter am Cymbal -Laurentiu Ciocanel- Über Österreich und Ungarn brachte Erich seine gutgelaunten Fahrgästen sicher nach Rumänien.Am 21.05.2005 um ca. 6,30 Uhr (deutscher Zeit) kamen wir in Arad am Bahnhof an, wo einige der Mitreisenden sich bis zur Rückfahrt von uns verabschiedeten.Von dort aus wurde unser Bus dann schließlich zum Hotel gelotst und alle freuten sich nun erstmal auf Frühstück, Dusche und natürlich ..... ein Bett!! !Nachdem jeder sein Gepäck auf sein Zimmer gebracht hatte trafen wir uns zum gemeinsamen Frühstück.Jedem war deutlich anzusehen wie beeindruckend die Atmosphäre dieses Hotels auf ihn wirkte. Klaus Klingler, der schon mehrere Tage vor uns nach Arad gefahren war um alles für uns vorzubereiten, begrüßte uns ganz herzlich.Nachdem sich alle für ein paar Stunden zurückgezogen hatten um sich von der langen Fahrt zu erholen kamen wir am Nachmittag zusammen um uns erst einmal einander vorzustellen und den weiteren Tagesablauf sowie die Stundenpläne des Seminars zu besprechen. Bei gemütlichem Beisammensein ließen wir den Tag bei einem Abendessen mit viel Spaß und Humor ausklingen.
Für die Nachtschwärmer war natürlich noch ein Event für den Abend geplant. Trotz des anstrengenden Tages, beschlossen noch viele von uns den Abend mit dem Besuch einer Cabaret-Show zu beenden.
Am Morgen des 22.05.2005 liefen die Vorbereitungen für das Eröffnungskonzert auf Hochtouren.
Die Schüler ließen sich dadurch zum üben animieren und das ganze Hotel war erfüllt vom Panflötenklang...Ja sogar auf dem riesigen Platz draußen vor dem Hotel trafen sich einige Seminarteilnehmer um zu üben und hatten dort bald neugierig lauschendes Publikum.Es war faszinierend zu beobachten wie die Klänge der Panflöte die Menschen zum Staunen brachte.